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2017 – Teil 2

 

Mitte März ging es los zur Reha nach Bad Wildungen. Morgens früh um 9.00 Uhr wurde ich abgeholt durch den Fahrdienst der Reha Klinik. Mit dem Fahrer kam ich sofort gut ins Gespräch und es wurde keine Minute langweilig. Er stammte aus dem Iran und ich ließ mir viel über die Kultur und Menschen dort erzählen. Ich liebe ja solche Gespräche. Vor allem alte Bräuche finde ich interessant. Er erzählte mir, das bei Frühlingsanfang dort Neujahr gefeiert wird. Genaueres kannst du hier auf meiner Seite lesen:

Rituale – Kultur – Neujahr Iran 20.03.

Zum Ende der Strecke sammelten wir noch drei weitere Personen ein und es war eine recht lustige Runde. Gegen Mittag erreichten wir die Klinik. Ich wurde gleich zum Essen weitergeleitet, bevor ich dann mein Zimmer beziehen konnte. Es war recht freundlich eingerichtet, hell und mit Balkon. Ich war sehr zufrieden.

Am nächsten Morgen fand gleich ein Assessment statt. Als ich den Raum betrat, saßen ungefähr 6 – 7 Leute am Tisch, um mich für die möglichen Therapien einzuteilen. An diesem Morgen ging es mir leider nicht so gut, umso mehr freute ich mich über die immens große Auswahl an Therapieangeboten. Man bot mir Hippotherapie an; was für ein Geschenk, dachte ich, und stimmte dem erfreut zu. Noch nie zuvor in meinem Leben saß ich auf einem Pferd, es war megatoll.

Beim Essen waren wir sechs Personen und ich glaube der lauteste Tisch von allen, es gab halt immer was zu lachen bei uns. Es ging mir wirklich gut. Natürlich hatte ich auch dort wieder seelische Wachstums- und Lernprozesse. Doch sie wurden diesmal getriggert von sehr liebenswerten Menschen und so sehr gut zu meistern. Ich hatte zudem einen wirklich zauberhaften Arzt (aus Afghanistan), der nahm mich in den Arm, als wäre ich seine Tochter, so was habe ich noch nie bei einem deutschen Arzt erlebt. Ebenso, wie viel Zeit und Liebe dieser Mensch in seine Arbeit investierte. Beim Aufnahmegespräch verließ er abends gegen 22.00 Uhr mein Zimmer, bis wirklich das letzte Wort aus meiner Seele sprach, vorher ging er nicht.

Ich verbrachte insgesamt sechs wunderschöne Wochen dort, auch wenn es manchmal ganz schön anstrengend für meinen Körper war. Meine lieben Tischnachbarn nahmen mich bei weiten Strecken mit dem Rollstuhl mit, so dass ich auch außerhalb der Klinik was erleben durfte. Langeweile verspürte ich in Bad Wildungen überhaupt nicht. Und ich konnte mich dort in einem Malatelier so richtig auslassen – pure Freude. Wundervolle Bilder sind dort entstanden. Nach sechs Wochen, wie gesagt, musste ich leider wieder heimreisen. Und wie es zu Hause weiter ging, das gibt’s beim nächsten Mal zu lesen.