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Die zweite OP in Essen

Ja so langsam näherten wir uns dem November und damit meiner zweiten OP. Die Reha verlief soweit gut das ich immer besser auf die Beine kam und auch anfing die ersten Schritte am Rollartor zu laufen – endlich „ Freude kam auf“. Meine liebevollen Wegbegleiterinnen vom LMC waren auch stets an meiner Seite welches mir wirklich unheimliche Motivation und Antrieb schenkte. Sie holten mich auch mal aus der Reha Klinik raus um Essen zu gehen, alles führte zu innerlichen Wohlgefühl und dies spiegelte mir mein Körper auch damit wieder wie leicht und in Freude er bereit war zu lernen.

Nun stand nur diese doofe zweite OP in Essen an welche mir echt Angst bereitete und ich irgendwie niemanden in der Familie hatte der mir beistehen konnte. Meine Schwester verkündigte mir noch via Facebook, mit einem Post, das sie mir nicht mehr zur Verfügung stände. Ich würde sagen besser konnte es nicht laufen! Ja da guckt man erst einmal dumm aus der Wäsche und traut seinen Augen nicht. Ich war einfach nur geschockt. Das ganze verstärkte natürlich meine Ängste nur noch mehr denn eine OP im Stammhirn ist ja kein Blinddarm. Nur gut das es auf dieser Welt noch wirklich mitfühlende Menschen gibt. So bot sich ein neu gewonnener Freund aus dem LMC an, mich die Woche in Essen zu begleiten.

Wir kannten uns nicht mal ein Jahr und für ihn war es kein Thema. Das war natürlich unfassbar schön und eine immense innere Erleichterung. Ein anderes Mitglied stellte ohne weiteres ihre Wohnung zur Verfügung, da sie die Woche über unterwegs war. So etwas hätte ich niemals vermutet. Das hat mich so glücklich gemacht – wirklich! So hatte ich diesmal „Rundumservice“. Morgens bis Abends jemand an seiner Seite zu haben ist schon schön, zumal ja die ersten drei Tage immer nur liegen angesagt ist. Die OP verlief soweit auch alles gut nur dann hinterher immer dieses Zittern und die Frage – „ Konnten sie diesmal alles verschließen oder muss ich nochmal wieder kommen?“ Ja und da steht er nun der junge Professor mit seinem charmanten Dialekt und verkündet mir „ Madame es tut mir Leid – wir konnten nicht alles verschließen.“ In diesem Moment ist man wie Schockgefroren und denkt nur „ Nein, Nein das war jetzt nicht sein ernst!“ Was hab ich doch gebetet! Sollte mich niemand erhört haben!? Und dann der nächste Gedanke – okay, am besten gleich morgen wieder kommen.

Ich wollte dieses Drama, die Angst jedes mal nur so schnell wie möglich hinter mich bringen. So vereinbarte ich auch gleich den nächsten OP Termin für Mitte Januar. Ich war nur heilfroh das ich da nicht alleine war. Eine unendlich kostbare Erfahrung wie wichtig Menschen und Beistand in solcher Situation ist. Grade da ich ja auf familiärer Seite  nicht so damit gesegnet bin. Meine Mutter hat sich natürlich wieder bestens um mich gekümmert und gepflegt nachdem ich wieder zu Hause war. Und nach einer Woche konnte ich auch wieder gut mein Training aufnehmen. Dann würde ich sagen wir lesen uns zur dritten OP wieder hier weiter. So long…… alles Liebe bis dahin.