Blog

2017 – Teil 7

 

Angekommen in der neurologischen Klinik, bezog ich mein Zimmer, was erst einmal sehr angenehm erschien. Am ersten Tag passiert ja meistens noch nicht so viel. Ich freute mich, dass es bald losgehen und ich mit vernünftigen Training wieder auf die Beine kommen würde. Doch schon bald stellte sich heraus, dass ich dort keine physiotherapeutische Unterstützung bekommen konnte, da mein Arzt scheinbar die Einweisung falsch ausgestellt hatte. Was für mich völlig unverständlich war, denn er kannte doch meinen Zustand. So wurde dort nur eine ausführliche Diagnostik durchgeführt. Meine Nerven lagen zusehends blank, zumal mir dort scheinbar wieder niemand helfen konnte. Mein körperlicher Zustand bereitete mir langsam echt Sorgen. Die Ärzte redeten gut auf mich ein, um mir ein Medikament zu verordnen, welches angeblich mein System in Balance bringen sollte. Ich bin da ja immer erst recht skeptisch, zu Recht! Denn es dauerte nicht lang und ich bekam aufgrund der körperlichen Symptome wieder Angst und Panikattacken. Es fühlte sich an, als ginge Strom durch den Körper. Mir wurde heiß über der Brust und am Herzen. Was passiert da mit mir, schoss es durch meinen Kopf. Bei Nachfragen und Schildern der Symptome sagte mir die Ärztin nur, dass das normal sei, da der Körper das Medikament erst annehmen müsse. NORMAL?! Ich fragte mich echt, was ich, Nicole, um Himmels Willen hier mit mir machen ließ. Nach all den Wochen war ich einfach fix und fertig. Zudem hatte ich eine Zimmernachbarin hohen Alters, die die Nacht zum Tage machte! Und das Licht musste nachts auch an bleiben, damit sie auf den Toilettenstuhl gehen konnte. Hin und wieder stürzte sie und es dauerte manchmal bis zu 25(!) Minuten, bis jemand kam. Scheinbar alles normal! Nur ich schien falsch zu ticken. Die Krönung kam dann nach einer Woche. Ich bat die Ärzte um Hilfe für eine passende Klinik und eine weitere Verlegung. Was Montag scheinbar noch möglich war. Am Dienstag hieß es dann plötzlich: Wir müssen sie heute entlassen. Ich war nur noch fassungslos! Mein Zustand blieb ja auch nicht unbemerkt, denn ich musste der Ärztin versprechen das ich keinen Suizid-Versuch machen würde. So wird man dann aus der Klinik entlassen …