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2016 – Teil 2

By September 26, 2017No Comments

2016 – Teil 2
Es ging Schlag auf Schlag

Es blieb keine große Zeit zum traurig sein, denn es ging Schlag auf Schlag weiter. Meine Mutter, die mich zwei Jahre täglich gepflegt hatte, erkrankte plötzlich schwer am Herzen. Eine OP war unumgänglich. So kam sie in eine Spezial-Herzklinik, in der ich sie natürlich nicht besuchen konnte, da die Klinik weiter weg lag. Am Tag der OP war Zittern angesagt, und ich versuchte mich, mit Malen zu beruhigen. Nachdem mich gegen Abend immer noch kein Anruf der Klinik erreichte hatte, begann ich, mir zusehends Sorgen zu machen. Ich griff also zum Telefon, um mich zu informieren. Nach ewigem Warten sagte man mir, das meine Mutter erneut in den OP musste, da es Komplikationen gab. Ja super, als hätte ich es gespürt. Letztlich ging doch alles gut, nur meine Mutter war sehr schlapp. Ich konnte sie erst nach ihrer Entlassung in der Reha wieder besuchen. Diese Gefühle der Ohnmacht, nichts tun zu können, wünsche ich niemanden. Doch auch diese Zeit ging vorbei.

Nach der Reha-Zeit war meine Mutter nur kurze Zeit zu Hause, schon wieder musste sie ins Krankenhaus. Es war eine sehr anstrengende und fordernde Zeit für mich. Ich verspürte nie zuvor so eine starke Bindung zu meiner Mutter. Und der Gedanke, dass es ihr so schlecht ging, tat mir sehr weh. Bedingungslos hatte sie sich doch zwei Jahre lang jeden Tag um mich gekümmert. Trotz ihres hohen Alters von 80 Jahren stand sie jeden Tag vor meiner Tür. Sie beklagte sich nicht einmal. Jammern, stöhnen – nichts davon hörte ich jemals von ihr in all der Zeit.

Zusätzlich gab es familiäre Unstimmigkeiten, die meiner Mutter in ihrem Zustand sehr zusetzen. So erlitt sie im Krankenhaus einen Schlaganfall. Als ich meine Mutter dann sah, war es die Hölle für mich. Ich saß an ihrem Bett, ihre Stimme war weg, ihr Herz sehr schwach und in mir kam erstmals der Gedanke, auf sie vielleicht gehen lassen zu müssen. Es war einfach schrecklich. Wer blieb dann noch in meinem Leben? Dieser unsagbare Schmerz, den ich fühlen durfte, kam meinen Gesundheitszustand überhaupt nicht zu Gute, im Gegenteil. Ich spürte innerliche Kämpfe in mir, die eine Seite, die meine Mutter festhalten wollte, und die andere Seite, die immer sagte: „ Du musst loslassen“. Nach zwei Tagen war ich so erschöpft, das ich sagte: „ Okay Mama, wenn du gehen möchtest, dann darfst du gehen“. Nachdem ich es aussprach stellte sich sofort eine innere Ruhe und Stille in mir ein. Und ab diesem Tage ging es meiner Mutter wieder besser, auch die Stimme kehrte zurück. Es war sehr befreiend für mich, ich spürte es körperlich sofort.

Sie musste noch einige Zeit im Krankenhaus verbringen doch das Schlimmste war an dieser Stelle überwunden. Nur zu Hause flatterte Post vom Versorgungsamt bei mir ein. Aufgrund einer Überprüfung und einer falschen Arztauskunft wollten sie mir doch tatsächlich mein Merkzeichen aG (außergewöhnliche Gehbehinderung) aberkennen! Dies würde bedeuten, dass ich nicht mehr mit dem Taxi zur Physiotherapie oder auch zum Arzt fahren könnte.
So durfte ich mich erstmal an den Sozialdienst wenden und Widerspruch einlegen. Denn so viel steht fest: Es wäre eine echte Katastrophe für mich geworden. Gott sei Dank hatte ich bezaubernde Hilfe an meiner Seite. Die mir übrigens ebenso wie das Geschehen mit meiner Mutter von einer Astrologin vorausgesagt wurde. Unfassbar, doch in meinem persönlichen Horoskop ablesbar. Dies überzeugte mich auch ein bisschen, in der Astrologie zu studieren. Und meine Leidenschaft brennt immer noch dafür. Dies Thema ist sehr komplex doch unheimlich spannend. Später sicher noch mal mehr davon.