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2016 – Teil 1

By September 19, 2017No Comments

2016 – Teil 1
Ein trauriger Anfang

Das so frische neue Jahr fing für mich sehr traurig an. Nun hatte ich mich so sehr an meinen Fahrer gewöhnt und dann das! Ich möchte zuvor erwähnen, dass unsere letzte Begegnung sehr ungewöhnlich verlief. Wir hatten, wie so oft, ein sehr persönliches Gespräch, und ich gestehe, diese absolute Offenheit erforderte meinerseits wirklich Mut. Ich war es überhaupt nicht gewohnt, mich so offen und ehrlich zu zeigen schon gar nicht einem fast fremden Menschen gegenüber. Doch irgendwie fühlte ich mich bei diesem Mann sicher. Ob es daran lag, das er verheiratet war? Oder ob einfach der Respekt, den er mir schenkte, der Grund war? Ich habe keine Ahnung, es war einfach nur schön und ich genoss diese guten Gefühle.

Das letzte Gespräch war dann sehr kurios. Als ich wieder zu Hause war, hatte ich das Gefühl, das ein Energiewirbel durch meinen Körper schießt. Nie zuvor hatte ich so etwas erlebt! Ich fragte mich immer wieder: „ Was um Himmels Willen ist das?“ Und ob er wohl Ähnliches erlebt hat? Ich nahm mir fest vor, ihn danach zu fragen, doch es kam nicht mehr dazu.

Denn bei meiner nächsten Fahrt stand plötzlich jemand anderes vor meiner Tür. Okay, das war zwar schon komisch, doch ich dachte mir noch nichts dabei. Nach einigen Fahrten wurde ich stutzig. „ Was ist passiert? Warum kommt er nicht mehr?“ Niemand wollte mir so recht Auskunft geben. Und dann passierte es – ich stieg wie immer ins Taxi ein – und bekam plötzlich einen emotionalen Ausbruch, meine Tränen liefen ohne Ende, und dieser Schmerz kam mir so verdammt bekannt vor! Mir wurde schnell klar, was sich da in mir gerade abspielte: Da verschwindet dieser Mann so von heute auf morgen einfach aus meinem Leben, ohne ein Wort zu sagen. Dies triggerte einen sehr alten Schmerz in mir, denn mein Vater nahm sich das Leben, als ich 18 war. Ich wurde überrollt von meinen Gefühlen und durfte mir diese alte Wunde in mir noch ansehen.

Mit jeder weitern Woche schwand die Hoffnung, diesen Mann jemals wiederzusehen. Eine völlig andere Situation, doch der Schmerz war so real wie gestern. Mir wurde klar, welche Fragen sich auftaten, genau wie damals, als mein Vater mich auch ohne Antwort zurückließ. Nach so vielen Jahren hätte ich niemals gedacht, dass mich dies noch so bewegt. Zum Glück hatte ich ja eine wundervolle neue Wegbegleiterin an meiner Seite, so dass ich auch endlich mal jemanden hatte für den täglichen Smalltalk.

Nach einigen Wochen, als ich nun überhaupt nicht mehr damit gerechnet hätte, stand dann eines Tages mein Fahrer wieder vor der Tür. Doch leider war er wie ausgewechselt. Stumm, traurig, ruhig, ernst … Ich traute mich überhaupt nicht, zu fragen, was passiert war, wo er gesteckt hatte. Dieses plötzliche Schweigen während der Fahrt war für mich echt die Hölle. Und es schien auch nur eine Ausnahme gewesen zu sein, dass ich ihn mal wiedersah. So widmete ich meine Zeit weiter dem Heil werden. Bald geht’s weiter.